Die Zahnärztin Dr. Damla Zenar gab Informationen zu diesem Thema.

Bruxismus ist eine dysfunktionale Angewohnheit, die sich in starken Kieferbewegungen äußert, die im Allgemeinen während des Schlafs auftreten. Unsere Zähne im Ober- und Unterkiefer sollten außer bei Kau- und Schluckfunktionen nicht miteinander in Kontakt kommen. Andere Zahnkontakte als Kauen und Schlucken werden als dysfunktionale Bewegungen betrachtet. Zähneknirschen ist ein Verhalten, bei dem die Zähne während des Tages oder der Nacht zusammengepresst werden, außer beim Kauen und Schlucken. Dieser Zustand, der in unserem täglichen Leben häufig vorkommt, ist dem Patienten selbst oft nicht bekannt.

Es gibt zwei Hauptgründe für die Angewohnheit, die Zähne zusammenzubeißen. Die erste und wichtigste davon ist Stress, die andere ist eine Verschlussstörung. Welche negativen Situationen können also durch die Angewohnheit, die Zähne zusammenzubeißen, ausgelöst werden? Es kommt zu Abrieb und Leckagen an den Zähnen. Es kann zu Frakturen, Rissen und Verschiebungen der Zähne kommen. An der Innenseite der Wange erscheinen weiße Linien und um die Zunge herum sind Spuren von Zähnen sichtbar. Die Schmerzen treten im Kopf, im Nacken und in den Gesichtsmuskeln auf. Die untere Gesichtshöhe nimmt ab, die Kinnspitze und die Nasenspitze rücken näher zusammen und es entsteht ein älteres Aussehen. Der Unterkiefer wird im Laufe der Zeit nach vorne verlagert und es bildet sich ein konkaves Profil. Das Gesicht wirkt kantig und eckig.

Obwohl sich die Angewohnheit, die Zähne zusammenzubeißen, nachts manifestiert, hat man festgestellt, dass die gleiche Funktionsstörung in fortgeschrittenen Fällen auch tagsüber zu beobachten ist. Das Ziel der Behandlung des Zähneknirschens ist es, dauerhafte Schäden an den Zähnen und dem Kiefergelenk zu verhindern und die Schmerzen zu beseitigen. „Nachtsicherungen“, die vom Zahnarzt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers angebracht werden, um zu verhindern, dass sich die Zähne während des Schlafs berühren, sind das wichtigste Instrument bei der symptomatischen Behandlung von Zähneknirschen. Allerdings sind Nachtprotektoren allein oft nicht ausreichend.

Aus diesem Grund sollten je nach Krankheitsbild zusätzlich zu den Nachtprotektoren einige weitere Behandlungen durchgeführt werden. Zu diesen Behandlungen gehören die Stresstherapie, Maßnahmen zur Gewährleistung eines angenehmen Schlafs, die Anwendung von Muskelrelaxantien, die Erneuerung von falsch angefertigten Zahnfüllungen und -beschichtungen sowie die Anwendung von Prothesen zum Ersatz fehlender Zähne.

Neben dem nächtlichen Zahnbelag ist eine der am häufigsten verwendeten Methoden bei der Behandlung des Zähneknirschens heute die Anwendung von Botox.

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